Haus & Garten
MEGATREND 2012:
Erneuerbare Energie und alles was Sie wissen müssen
Nachhaltige, saubere
Energie als Schlüssel
1,5 Milliarden Menschen weltweit leben ohne Stromversorgung, entweder weil keine verfügbar ist oder weil sie diese nicht bezahlen können. Der Zugang zu nachhaltiger und sauberer Energie ist dabei ein Schlüssel, um
- Menschen zu langfristiger, dauerhafter und nachhaltiger Entwicklung zu verhelfen,
- die weltweite Armut konstant zu bekämpfen und
- die Millenniums-Entwicklungsziele zu erreichen.
UN Ziele bis 2030
UN Energy, eine Leitgruppe aus 20 UN-Organen und Organisationen, führt die globale Initiative „Nachhaltige Energie für alle“ durch. Diese Initiative soll bis 2030 weltweit Regierungen, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft zur Erreichung von drei bedeutsamen Zielen bewegen:
- Sicherstellung des universalen Zugangs zu moderner, sauberer Energie
- Verdopplung der Rate bei der Steigerung der Energieeffizienz
- Verdopplung des Anteils erneuerbarer Energie am globalen Energie-Mix.
Eine Roadmap für die Erreichung dieser Ziele mit einer globalen Strategie und konkreten Maßnahmen wird auf der Rio +20 Konferenz im Juni 2012 vorgestellt. Als Folge des Internationalen Jahres der Nachhaltigkeit soll letztlich eine globale, saubere Energierevolution stattfinden.
Erneuerbare Energien sind von entscheidender Bedeutung, um die Welt auf einen sichereren, zuverlässigeren und nachhaltigeren Energiepfad zu führen. Das Potenzial ist immens, aber wie schnell der Erneuerbaren-Anteil bei der Deckung des globalen Energiebedarfs wächst, hängt von der Stärke staatlicher Unterstützungsmaßnahmen ab. Diese werden entscheidend dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit von erneuerbaren Energieträgern zu erhöhen und technologische Weiterentwicklung zu fördern.
Forcierung von erneuerbarer
Energie und Energieeffizienz
Sichere und saubere Energieversorgung ist eine der wichtigsten Fragen unserer Zeit. Erschwingliche Energie ist die Voraussetzung, um Armut - auch in Österreich - zu bekämpfen. Der Energieträger muss jedoch gleichzeitig sauber sein, um das Klima zu schützen.
Aus diesem Grund ist die Forcierung der Energieeffizienz und die verstärkte Nutzung regenerativer Energiequellen auch dem Lebensministerium ein überaus wichtiges Anliegen. Denn abgesehen davon, dass klimafreundliche Technologien zum Schutz der Umwelt und der Menschen beitragen, werden dadurch auch Arbeitsplätze – green jobs – geschaffen.
Maßnahmen des Lebensministeriums
Erneuerbare Energieträger haben in Österreich einen besonderen Stellenwert. 30,8% des österreichischen Energieverbrauchs konnten 2010 mit Erneuerbaren abgedeckt werden.
Das Lebensministerium setzt eine Vielzahl von Maßnahmen, die einen Beitrag zu einer nachhaltigen Energiezukunft und damit zum Klimaschutz in Österreich leisten. Erfolgreiche Beispiele dafür sind unter anderem
der Sanierungsscheck, die Förderungen des Klima- und Energiefonds für Photovoltaik, Solarthermie und den Austausch von fossilen Heizungen durch Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energieträger sowie für Klima- und Energiemodellregionen.
Weiters unterstützt die Klimaschutzinitiative klima:aktiv des Lebensministeriums die Wirtschaft, die Bürgerinnen und Bürger sowie Länder und Gemeinden bei der rascheren Einführung von klimafreundlichen Technologien und Dienstleistungen.
Zusätzlich bewirkt das neue Ökostromgesetz einen massiven Impuls für die Ökostromerzeugung und wird den Weg „Raus aus Atom“ ebnen.
Diesen Weg wird das Lebensministerium weiter fortsetzen!
Weitere Infos: www.sustainableenergyforall.org
Work Green: Die Jobs der Zukunft
Der Einsatz und die Forcierung erneuerbarer Energien und moderner Technologien im Gebäudesektor bewirken nicht nur einen effizienten Umgang mit unseren Ressourcen, sondern sind auch wesentlicher Jobmotor und Wachstumsgarant. Für die Planung und Ausführung der komplexen Klimaschutztechnologien, die bei Heizungsumstellungen, thermischen Sanierungsprojekten oder im Hausbau eingesetzt werden, braucht es gut ausgebildete, hoch qualifizierte Arbeitskräfte. Damit das im Masterplan green jobs angestrebte Ziel von weiteren 100.000 green jobs bis 2020 erreicht werden kann, ist es notwendig, innovative und bedarfsbezogene Aus- und Weiterbildungsangebote in den Sektoren der Umweltwirtschaft anzubieten und damit ein hohes Qualifikationsniveau sicherzustellen und neue grüne Berufsfelder zu fördern.
klima:aktiv Bildungsangebote
klima:aktiv ist die Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums. Ziel der klima:aktiv Bildungsaktivitäten ist die Qualifizierung von Fachkräften, um die Markttransformation im Sinne der Klimastrategie sowie der europäischen Verpflichtungen voranzutreiben. klima:aktiv bietet keine eigenen Kurse an, sondern kooperiert mit etablierten Bildungsanbietern. Das Bildungsangebot dieser Partner wird ständig gemeinsam mit klima:aktiv weiterentwickelt. Dabei setzt klima:aktiv Qualitätsstandards in der Aus- und Weiterbildung und bringt innovative Inhalte in bestehende Bildungsprogramme ein. So steigert klima:aktiv die Kompetenz für die bestmögliche Anwendung der Energieeffizienz- und Erneuerbare Energie- Technologien und schafft neue Berufsbilder. Gemeinsam mit 20 Bildungspartnern und weiteren Institutionen (Innungen, Verbänden,…) werden Qualifizierungen in folgenden Bereichen angeboten:
- Bauen und Sanieren
- Energie- und Gebäudetechnik
- Green IT
- Stromsparen
- Energie-Management
- Energieberatung
- Mobilität
- Rund 6.000 Personen haben bereits eine der vielen klima:aktiv Fortbildungen absolviert.
klima:aktiv Kompetenzpartner
Profis, die eine Weiterbildung mit einer Abschlussprüfung bzw. mit einer Personenzertifizierung erfolgreich abgeschlossen haben, dürfen sich als „klima:aktiv Kompetenzpartner“ bezeichnen und am Markt präsentieren. Mit einem eigenen Logo werden Fachleute erkennbar, die genau wissen, wie erneuerbare Energie und Effizienztechnologien bestmöglich eingesetzt werden müssen. Die klima:aktiv Kompetenzpartner sorgen so mit ihrem Knowhow für eine rasche Verbreitung klimafreundlicher Technologien und Dienstleistungen in Österreich.
Weitere Infos auf www.klimaaktiv.at.
Begriffserklärung
Energieeffizienz
Die Energieeffizienz ist ein Maß für den Energieaufwand zur Erreichung eines festgelegten Nutzens. Im Gegensatz zum Wirkungsgrad bedarf der Nutzen hier keiner energetischen Definition. Ein Vorgang ist dann effizient, wenn der Nutzen mit wenig Energieaufwand erreicht wird. Dies entspricht dem ökonomischen Prinzip, bei dem jeder unnütze Verbrauch vermieden wird.
Verbesserte Energieeffizienz ist eine der möglichen Methoden zur Energieeinsparung. Die Energieeinsparung ist der breitere Begriff, denn sie umfasst noch weitere Maßnahmen, die den Energieverbrauch vermindern, wie etwa Änderungen des Verhaltens. Zum Beispiel ist es auch ohne verbesserte Effizienz möglich, Energie zu sparen, indem man einen Raum im Winter weniger heizt oder weniger mit dem Auto fährt.
Der Energieverbrauch der Welt kann laut einer Studie der Internationalen Energieagentur (IEA) durch verbesserte Energieeffizienz von Gebäuden, Transport und industriellen Verfahren bis 2050 um 17 bis 33 % verringert werden.[2]
Energieautarkie
Energieautarkie bezeichnet ein System, z.B. ein Gebäude, eine Gemeinde, eine Region etc., bei dem gleich viel oder mehr Energie erzeugt wird, als benötigt wird.
Dieser Zustand kann durch folgende
Maßnahmen erreicht werden:
- Steigerung der Effizienz der Energieverbraucher
- Einsparung von entbehrlichen Energieverbrauchern
- Erzeugung der Energie durch eigens erzeugte
Energieträger (regional vorkommende Ressourcen)
Je mehr Einheiten sich zusammenschließen, desto einfacher und sinnvoller ist die Erreichung der Energieautarkie.
In den meisten Fällen wird Energieautarkie dann erreicht, wenn der Wert der verbrauchten und erzeugten Energie gleich groß ist. Jedoch wird außer Acht gelassen, dass die Erzeugung der Energie zu einem anderen Zeitpunkt erfolgt, als der Verbrauch. Wenn z.B. der gesamte Jahresstrombedarf eine Gemeinde durch eine große Photovoltaikanlage erzeugt wird, mehr als die Hälfte des Strombedarfs im Winter auftritt, müssen Konzepte überlegt werden, wie diese Energie gespeichert werden kann.
Quelle: Lebensministerium, www.klimaaktiv.at




